Missy Magazine 06/19 ab sofort verfügbar

17.09.2019

Missy 06/19

Liebe Leser*innen...

...letztes Jahr um diese Zeit haben wir froh – und auch ein bisschen stolz und erstaunt – unseren zehnten Geburtstag in Zeiten der Print-Krise gefeiert. Als feministisches Magazin für Popkultur und Politik, das zu keinem großen Verlag gehört und auch keine potenten Geldgeber*innen im Rücken hat, alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig haben wir mit Schrecken beobachtet, wie von uns lange geschätzte Magazine vom Markt verschwunden sind. Wir sind noch da und wundern uns manchmal selbst darüber. Denn nach einem kurzen finanziellen Aufschwung für Missy zu Beginn des Jahres mussten wir eines unserer Nebenprojekte wieder einstellen. Jetzt sind wir mit gravierenden ökonomischen Einschnitten konfrontiert.

Trotz allem hältst du unsere fünfzigste Ausgabe in den Händen. Dass das so ist, verdanken wir euch, unseren Leser*innen, unserer Community. Ihr habt in den letzten Jahren unsere Crowdfundings zum Leuchten gebracht, Missy beständig abonniert, uns verschenkt, weiterempfohlen, online gelesen. Danke dafür. All das hilft uns, unsere Arbeit auf eine solide Basis zu stellen und weiterhin unabhängigen feministischen Journalismus zu garantieren. Und uns z. B. die Büromiete leisten zu können … denn so grundlegend ist es manchmal.

Unsere ehemalige Chefredakteurin Katrin Gottschalk, heute stellvertretende „taz“-Chefredakteurin, hat es einmal sehr treffend beschrieben: „Nach außen strahlt Missy. Die Zahlen verschleiern aber die Strukturen, in denen dieses politische Hochglanzmagazin entsteht.“ Das war 2015. Seitdem haben wir an diesen Strukturen beständig gemeinsam gearbeitet. Haben versucht, unsere Arbeit auf eine nachhaltigere und weniger prekäre Basis zu stellen, feste wie freie Mitarbeiter*innen fairer zu entlohnen – das gelingt uns mal besser, mal schlechter. Insgesamt ist Missy auch heute ein idealistisches Projekt, das mit sehr knappen Ressourcen produziert wird.

Das Kernteam von Missy umfasst mittlerweile fast zwanzig Personen und leistet unfassbar viel Arbeit. Ein Großteil davon – gerade auch nicht redaktionelle Arbeit – bleibt unsichtbar und unbezahlt. Daher richten wir an dieser Stelle den dringenden Appell an euch: Lest uns, abonniert uns, redet über uns – all das hilft uns dabei, ein Magazin wie Missy überhaupt am Leben zu erhalten.

Und trotzdem darf auch diese Ausgabe wieder glänzen. Wir freuen uns, dass wir Nachwuchs-Regiestar Anta Helena Recke für unsere Titelstory gewinnen konnten (S. 46), denken anlässlich unserer fünfzigsten Ausgabe in unserem Dossier (S. 52) darüber nach, wie feministisch Altern geht. Die Antworten sind so überraschend wie versöhnlich – und vor allem ehrlich.

News aus dem Missyverse haben wir natürlich auch: Missy gibt es ab jetzt vollständig im Netz zu lesen! Besucht uns auf missy-magazine.de und stöbert durch unser Online-Archiv. Auch hier hilft jeder Cent, unsere Arbeit zu finanzieren. Übrigens, letzte Chance, denn alles muss vor dem Büroumzug raus: Der Missy-Shop öffnet wieder! Unsere Shirts, Ketten und Drucke gibt es dort für einen kurzen Zeitraum zu erstehen. Vielleicht sucht ihr noch ein Geschenk – oder wollt einfach euch selbst (und damit auch uns) etwas Gutes tun? Dort findet ihr natürlich auch den Missy- Kalender 2020, erschienen bei ebersbach & simon, der euch mit empowernden Persönlichkeiten durch das Jahr begleitet.

Auf das Älterwerden oder: auf mindestens fünfzig weitere gemeinsame Ausgaben, ach was, Jahre mit euch

Alle Verkaufstellen findet ihr unter: https://carnivora-verlagsservice.de/referenz/missy-magazine